Grundlage unserer Zusammenarbeit beim IRRT ist das „Kooperationspapier“.

Der Inter-Religiöse Runde Tisch von Köln Mülheim: Kooperationspapier (Stand: 2016)

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Seit Oktober 1998 existiert der Inter-Religiöse Runde Tisch in Köln Mülheim. Er ist entstanden im Rahmen des „Kooperationsprojektes Keupstraße“, das durch das Land NRW gefördert und im Sommer 1999 offiziell beendet wurde. Seitdem setzt der „Runde Tisch“ das interreligiöse Gespräch in Eigenregie fort.

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Zu diesem „Runden Tisch“ gehören zurzeit als Teilnehmer die folgenden Religionsgemeinschaften:

  • Katholische Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius
  • Evangelische Kirchengemeinde Mülheim am Rhein
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Köln Mülheim (Baptisten)
  • Freie evangelische Gemeinde Köln Mülheim
  • Förderverein Zentrum Kultureller Begegnungen e.V. (FZKB)
  • Islamische Gesellschaft Haci Bektas Veli Cem Haus e.V. (Aleviten)
  • Islamische Gesellschaft Jama’at-un Nur e.V. (Gemeinschaft des Lichts)
  • Zebit e.V. (eine Gemeinde des VIKZ e.V.)
  • Soka Gakkai international-Deutschland e.V. (SGI-D)

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Der Schwerpunkt im oben genannten Projektzeitraum bestand zunächst darin, dass die jeweiligen Teilnehme anhand einer schriftlichen Darstellung ihre Religionsgemeinschaften ausführlich vorgestellt und zur Diskussion gestellt haben. Zum Teil fanden die Sitzungen in den Räumen der jeweiligen Religionsgemeinschaften statt.

Zielsetzung

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  • Förderung und Weiterentwicklung des interreligiösen Gesprächs im Stadtteil Mülheim.
  • Förderung des konstruktiven, respektvollen und friedlichen Zusammenlebens der Religionsgemeinschaften im Stadtteil Mülheim.

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  • Die Vertreter der Religionsgemeinschaften wissen sich mitverantwortlich für das gesellschaftliche Zusammenleben im Stadtteil und sind sich der Bedeutung der Religionen für das öffentliche Leben und für das integrative Zusammenleben mit Migrantinnen und Migranten bewusst.
  • Sie wollen sich und ihre Religionsgemeinschaften in Offenheit wahrnehmen und besser kennenlernen und einen respektvollen Umgang einüben.
  • Die Vertreter der Religionsgemeinschaften verstehen sich als Arbeitsgemeinschaft mit impulsgebendem Charakter.

Arbeitsinhalte

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Am „Runden Tisch“ sollten u.a. folgende Inhalte behandelt werden:

  • Gegenseitige Verständigung über Glaubensinhalte.
  • Bearbeitung und Behandlung verschiedener Themen, die sowohl mit dem Gemeindeleben als auch mit dem gesellschaftlichen Leben in der Integration der Migrantinnen und Migranten zu tun haben.

Das sind z.B. interkulturelle Erziehung im Kindergarten, schulische Fragen, Freizeitgestaltung für Jugendliche bzw. Familien, berufliche Eingliederung, Gewalt unter Jugendlichen auf der Straße, in der Schule und Gewalt in der Familie, religiös gemischte Ehen und Ähnliches.

  • Durchführung von öffentlichen interreligiösen Veranstaltungen.
  • Erarbeitung und Veröffentlichung von Stellungnahmen zu aktuellen Themen aus gemeinsamer religiöser Sicht.
  • Kontaktaufnahme zu (noch) nicht am „Runden Tisch“ vertretenen Religionsgemeinschaften im Stadtteil Mülheim mit dem Ziel, sie zur Teilnahme zu gewinnen.

Arbeitsweise

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  • Ergebnisse der Bearbeitung von Einzelthemen werden protokolliert.
  • Die Schlussfolgerungen (Stellungnahmen), die aus der Bearbeitung der Einzelthemen gezogen werden, sollen möglichst zu gemeinsamen Aktionen, Veranstaltungen z.B. in Form von Diskussionen, Festen und Feiern führen.

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  • Ein Mittel in diesem Zusammenhang ist Öffentlichkeitsarbeit. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit Medien eine wichtige Rolle, aber auch die Vermittlung verschiedener Inhalte in die eigene Religionsgemeinschaft (Information an Mitglieder z.B. über Gemeindezeitungen oder ähnliches).
  • Der „Runde Tisch“ kann im Einzelfall und zu bestimmten Themen Interessenten und Sachkundige einladen.

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  • Die Bildung von Arbeitsgruppen ist möglich.

Organisation

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Der Sprecher nimmt die Aufgaben der Vertretung des Runden Tisches nach außen und der Gesprächsführung in den Sitzungen wahr. Er veranlasst auch die Einladungen mit Tagesordnungspunkten sowie die Organisation des Tagungsortes. Die Aufgabe des Sprechers sollte im jährlichen Turnus von den Vertretern abwechselnd wahrgenommen werden. Auf jeden Fall ist der Sprecher jährlich von den Vertretern möglichst einstimmig, zumindest aber mit ¾ – Mehrheit der anwesenden Vertreter zu benennen.

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Die Protokollführung bezieht sich auf das Einstellung Versenden des Protokolls. Der Protokollführer wird von den Vertretern gemeinsam für einen festzulegenden Zeitraum bestimmt.

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Die Sitzungstermine sollten in einem zweimonatlichen Rhythmus stattfinden. Die Themen- und Sitzungsterminplanung erfolgen in der Regel gemeinsam und werden im Voraus vom Sprecher festgestellt.

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Der Runde Tisch ist grundsätzlich offen für alle Religionsgemeinschaften im Stadtteil Köln Mülheim. Teilnehmer kann jede eigenständige Religionsgemeinschaft werden, die im Stadtteil Mülheim vertreten ist, dieses Kooperationspapier bejaht und sich zu einer verbindlichen Teilnahme durch einen Vertreter bereit erklärt. Eine Religionsgemeinschaft, die der Zielsetzung des „Runden Tisches“ zuwider handelt oder aber dauerhaft nicht teilnimmt, schließt sich selbst vom „Runden Tisch“ aus. Die Aufnahme neuer Teilnehmer am „Runden Tisch“ und der Ausschluss müssen von den anderen Vertretern der bisherigen Teilnehmer mehrheitlich bestätigt werden.